Was ist Ryûkyû Kobudô?

Ryûkyû ist der Name einer Inselkette südwestlich von Japan, deren Hauptinsel Okinawa ist und die heute zu Japan gehört. Die Bewohner dieser Insel mussten sich in früheren Zeiten häufig gegen Übergriffe von Piraten und japanischen Besatzern wehren. Zu diesem Zweck nutzten sie auch Alltagsgegenstände als Waffen. Die so entstandenen Kampftechniken, die eng mit dem modernen Karate verbunden sind, wurden als Kobu-Jutsu bezeichnet. Heute dient das Training dieser Kampftechniken zur Vervollkommnung des Charakters des Übenden und wird als Kobudo bezeichnet. Ko = alt / klein; Bu = Krieg / Kampf; Do = das Prinzip / der Weg.

Was ist Ryûkyû Kobudô Tesshinkan?

Der Verband „Ryûkyû Kobudô Tesshinkan Kyôkai“ wurde von Tamayose Sensei am 22. Mai 1999 gegründet. Das Honbu-Dôjô ist in Ozato auf Okinawa. In direkter Linie von Taira Shinken, über Akamine Eisuke zu Tamayose Hidemi lehrt die Stilrichtung Tesshinkan 23 Kata. Tamayose Hidemi ist der höchstgraduierte Schüler des verstorbenen 2. Präsidenten des Ryûkyû Kobudô Hozon Shinkô Kai, Akamine Eisuke, und er will das Ryûkyû Kobudô in der Tradition seines Meisters fortführen.
Kaichô Tamayose Hidemi

Das Stiloberhaupt (Kaicho)

Kaichô Tamayose Hidemi,
10. Dan Ryûkyû Kobudô Tesshinkan, Hanshi
9. Dan Kobayashi Shorin Ryû Karate

"Ein stiller Meister"

Hidemi Tamayose wurde am 14.Juli 1949 auf Ikema-Jima, einer kleinen Insel nordwestlich der Insel Miyako südlich Okinawas als 3. Kind in eine Familie mit 11 Kindern geboren. Mit 16 Jahren zog er nach Okinawa und begann nach seinem Universitätsstudium an einer Oberschule zu unterrichten. 1975 heiratet er seine Frau Masako. Beide sind Lehrer in Shimajiri-Gun, Südokinawa.
Tamayose begann 1967 unter dem Matsubayashi-Shorin-Ryû Sensei, Masao Shima, in Kanzatobaru, Naha-City, mit dem Karate-Training. 1975 wechselte er zum Kobayashi-Shorin-Ryû unter Sensei Seiyu Nakamura, der ihn auch in den Waffen des Ryûkyû Kobudô unterrichtete. Im Karate ist er mit dem 6. Dan graduiert.
1982 begann er direkt unter Sensei Eisuke Akamine im Ryûkyû-Kobudô-Hozon-Shinkô-Kai Honbu in Nesabu, Tomigusuku zu studieren. Sensei Akamine persönlich verlieh Sensei Tamayose den 7. Dan.
Der 8. Dan wurde ihm durch die All Okinawan Karate Kobudô Association verliehen. Bis zum Tod Sensei Akamines 1999 war er Vorstandsvorsitzender des Hozon-Shinkô-Kai. Momentan ist er Generalsekretär des Okinawa-Ken-Karatedô-Rengo-Kai. Er war einer der Hauptorganisatoren des Okinawa Welt Karate Turniers 1997 und "nebenbei" war er bis 2005 noch der Vizepräsident der Okinawan Child Development Association (Kodomo-Kai).
Im Juni 2005 erhielt er den 9. Dan und den Titel Hanshi verliehen.
Am 15. Dezember 2015 wurde ihm vom "OKINAWA KEN KOBUDO RENMEI" der 10.Dan verliehen.

Vertretung in Deutschland / Europa

Frank Pelny,

Technischer Direktor des Ryûkyû Kobudô Tesshinkan Kyô Kai Europa

5. Dan Ryûkyû Kobudô Tesshinkan
6. Dan Shotokan Karate (DKV), Stilrichtungsreferent Shotokan in Thüringen

Verein: KARATE-DO-KWAI NORDHAUSEN e.V., Blasistraße 15, D-99734 Nordhausen / Thüringen

Die Waffen im Ryûkyû Kobudô Tesshinkan

Druck 

"Roku-Shaku-Bô", der ca. 182cm lange Stock, gilt als wichtigste und am schwersten zu beherrschende Waffe im Ryûkyû Kobudô. Er wurde zur täglichen Arbeit auf dem Feld aber auch als Waffe benutzt. Heute gibt es 13 anerkannte Bô-Kata, aber es werden wesentlich mehr als nur diese Formen geübt. Der original aus Okinawa wird nur aus roter Eiche hergestellt, ist etwas flexibel und konisch (an beiden Enden schmal zulaufend).

Kama

Eine weit verbreitete Sichel mit einem scharfen gebogenen Stahlblatt und einem hölzernen Handgriff, welche durch das Volk von Okinawa für eine Vielzahl von landwirtschaftlichen Tätigkeiten genutzt wird. Als Waffe wird sie normalerweise paarweise verwendet (Nichô-Gama).

Sai

Sai-Paar

Dreizackige Metallgabeln, welche im Allgemeinen paarweise benutzt werden um zu blocken oder zu "durchbohren". Ursprünglich aus China nach Okinawa gekommen, sind Sai-Gabeln seit je her Waffen für den Kampf.

Tonfa

tonfa

Ursprünglich war dies der abnehmbare Handgriff eines kleinen Mühlsteins, der benutzt wurde, um Reis, Mais, Bohnen, usw. zu mahlen. Paarweise verwendet und in einer Acht geschwungen, entwickelt dieses Hilfsmittel eine geradezu unglaubliche Kraft.

Tinbê und Rôchin

Tinbê (Schild) und Rôchin (Dolch / kurzer Speer) waren Hilfsmittel der einheimischen Fischer. Das Schild war meist ein Schildkrötenpanzer und der kurze Speer wurde benutzt um Fische zu töten, wenn das Netz eingeholt wurde.

Êku

Ein Ruder oder Paddel, welches von den Fischern Okinawas benutzt wurde. Diese Ruder waren von Hand gefertigt und variierten in Größe und Form von Dorf zu Dorf. Die typische Technik, die diese Kata kennzeichnen, ist die Spitze des Ruders in den Sand zu "graben" und dem Gegner dann ins Gesicht zu schlagen, bevor er angreift.

Nunchaku

Dies war ursprünglich ein hölzernes Pferdezaumzeug oder ein Dreschflegel und konnte im Inneren des Kimono verborgen werden. Wenn es wie eine Acht geschwungen wird, entwickelt sich eine enorme Kraft.

Nach dem deutschen Waffenrecht verboten.
Es wird ein Ersatz verwendet.

Tekkô

Ursprünglich war das Tekkô ein Metallhufeisen, welches im Inneren des Kimono getragen wurde, um sich im Selbstverteidigungsfall damit wehren zu können. Es wurden immer zwei Hufeisen so zusammengebunden, dass ein (geschlossener) Handgriff entstand.

Nach dem deutschen Waffenrecht verboten.
Es wird ein Ersatz verwendet.

Die Waffen müssen individuell selbst beschafft werden. Evtl. können Sammelbestellungen mit Wiederverkäuferrabatten durchgeführt werden. Ersatzgeräte für Nunchakus sind vorhanden und können bei Jürgen bezogen werden.

Trainingselemente:

Wie im Karate bestehen die Übungen aus Kata, Kihon und Kumite.
Die Kata sind teilweise erheblich länger als die Shotokan Karate Kata.

Das Kihon wird z.T. bahnweise oder Kata-artig in verschiedene Richtungen durchgeführt und besteht i.d.R. aus Elementen der Kata.
Das Kumite existiert in verschiedenen Formen:
Yakusoku-Kumite (abgesprochenes Kumite) wie im Karate das Kihon-Ippon-Kumite /
Kaeshi-Ippon-Kumite. Hier werden die Elemente der Kata als Partnerübungen umgesetzt (Bunkai).
Dies wird mit gleichen Waffen (Bo gegen Bo) oder mit verschiedenen Waffen praktiziert
(Bo gegen Nunchaku/ Bo gegen Sai etc.) Jiyu Kumite mit gepolsterten Waffen und Schutzausrüstung
(Kopfschutz mit Visier! wg. Augenverletzungen).

Training: Montags von 20:30 Uhr bis 21:45 Uhr

Ort: Turnhalle 1 der Gemeinschaftshauptschule
Friedenshöhe in Ennepetal-Homberge
Friedenshöhe 44, 58256 Ennepetal

Trainer: Jürgen und Birte

Prüfungen: Kyu-Grade: nur durch lizensierte Prüfer des Ryûkyû Kobudô Tesshinkan Kyô Kai Europa Dan-Grade z.Zt. nur durch Kaicho Tamayose Hidemi Shihan persönlich

Lehrgänge: Jährliche Intensiv-Lehrgänge in Thüringen
(6 Termine, monatlich 1x von September bis Februar)
Jährlicher Gasshuku (4 Tage) in Nordhausen / Thüringen mit Kaicho Tamayose Hidemi.
Diverse Lehrgänge, z.Zt. noch vorwiegend in Thüringen.

Warum Ryûkyû Kobudô Tesshinkan Kyô Kai und nicht z.Bsp. Kodudo Kwai Germany aus Düsseldorf?

Dichter an der Quelle ist das Wasser reiner!